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Gängige
Unterkiefer-Platten Zwei
ähnliche Beispiele für die bewährte aktive
Platte für
Platzgewinn und Zahnkorrektur. H =
Halteklammern, D = Dehnschrauben
(Wachstumsanregung, braucht also Wachstum), E =
Einzelzahnfeder (es gibt verschiedene), S = Labialbogen
(gebräuchliches Element). Das zweite Exemplar hat simpler
gestaltete hintere Halteklammern und vorne weitere
Einzelzahnfedern (hier: Protrusionsfedern), um Engstände zu
ordnen. Mehr von dieser kostengünstigen Technik
zeigt das Fallbeispiele-Kapitel. Eine Abgrenzung zur Anwendung von
Crozat-Geräten steht dabei im Unterkapitel über
klassische Crozat-Technik.
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So nicht:
blockierter Eckzahn wird weiter blockiert
Typisches
Beispiel für eine ABM-Platte (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
von Kieferorthopäden). Behandlungsbeginn im späten
Wechselgebiss; Kassen-Fall, stark eingeengte Eckzahn-Lücke
einseitig. Diese wird jedoch nicht allmählich erweitert,
sondern im Gegenteil fixiert! Da diese Platte die Schrauben an
den falschen Stellen hat, wurde wertvolle Wachstumsphase vergeudet
und der Patient zum Spätfall gemacht. Ein Versuch, beizeiten
eine Zweitmeinung einzuholen, scheiterte daran, dass der dafür
befragte Behandler zu denen gehörte, die erst alle Patienten
bis zum Abschluss des Zahnwechsels schlimmer werden lässt.
Dann
drohte die übliche Nötigung mit verstümmelndem
Zähneziehen oder Headgear oder hinderlichen voluminösen
Festeinbauten (Pendulum, Distal-Jet, damals noch privat), jeweils
in Kombination mit schmerzhafter, risikobehafteter
Bracket-Spange. Während sanfte Methoden viel seltener
angeboten wurden, v.a. Crozat-Spangen privat (siehe unten) statt
der billigeren, robusteren Platten.
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Platten
mit frontalen Halteklammern statt Labialbogen: Dehnung,
Distalisierung, Eckzahn-Hochstand Um einen
zu schmalen Kiefer oder eine Einengung der Seitenzähne mit
einer Platte zu einer gesunden Situation zu entwickeln, braucht
sie nicht nur Schrauben an den richtigen Stellen, sondern auch
ausreichend Halt, um deren Kraft wirksam zu übertragen.
Zusätzliche Halteelemente an Zähnen beiderseits der
Schraub-Spalten verhindern, dass die Platte aussteigt,
wenn man sie immer weiter schraubt, d.h. dass sie schlecht anliegt
und ihre Wirkung zum Teil verpufft.
So zeigt das
Mundfoto eine Eckzahn-Lückenöffnung und -Einordnung mit
Halteklammern an 2ern und 4ern (vermutlich Y-Platte, s.u.) und mit
Führungsdrähten, die die wachsenden Eckzähne an
ihre Plätze lenken sollen. Das nächste Foto zeigt
eine sog. Dehnplatte mit zusätzlichen Halteklammern an den
2ern, die den Oberkiefer etwa 5 mm verbreitert hat, obwohl der
Zahnwechsel schon fast abgeschlossen war. Auch das grüne
Exemplar unter Einseitig
dehnende Platten gegen seitlichen
Kreuzbiss hat doppelte Halteklammern. Das
s/w-Foto zeigt eine erfolgreiche Distalisierung eines
aufgewanderten Seitenzahnsegments. Die Platte enthält auch
noch eine unbenutzte Querdehnschraube. Zähne wandern nach
vorzeitigem Milchzahnverlust oft auf, wie auch bei der unteren
Foto-Serie: bei fast abgeschlossenem Zahnwechsel ist eine
Eckzahn-Lücke auf 1/3 verengt, wobei jedoch der Milch-5er
noch 2mm Platzreserve bereithält. Mit 2 Abstützungen an
den Schneidezähnen hat die Platte mit ihrem Distal-Segment
den Platz zurückgewonnen. Zwischendurch wurde sie
unterfüttert, um ihre bündige Passform
wiederherzustellen, die bei intensivem Schrauben oft nachlässt.
Diese Behandlung wurde mit einem Aktivator zu Ende geführt,
wobei mit Führungsspornen der wachsende Eckzahn und die aus
Platz-Überschuss verdreht erscheinenden 4er und 5er
eingeordnet wurden.
Keine Lobby vertritt diese bewährten
Platten, wohingegen Hersteller für zahllose feste
Distalisierungs-Apparaturen und für Knochenpiercing
namhafte Referenten gewinnen und auch Zahnärztekammern daran
mitwirken, die längst keine Kurse mehr über aktive
Platten veranstalten, wie sie es früher taten. So wird der
unvollständigen Aufgeklärung über funktionierende
Alternativen und der unnötigen Gefährdung oft
minderjähriger Patienten der rote Teppich ausgerollt.
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Y-Platten,
Z-Platten, Bertoni-Platten Weil
sich Eckzähne bei vielen Menschen erst nach ihren
Nachbarzähnen entwickeln, werden diese wichtigen Zähne
bei gehemmtem Kieferwachstum oder vorzeitigem Milchzahnverlust
häufig eingeengt. Dann wachsen sie oft außenstehend,
seltener gaumenseitig. Leichter würde die Behandlung, wenn
diese Situation nicht erst abgewartet wird. Mit 2 gewöhnlichen
Schrauben erweitern Y- oder Z-Platten die
Eckzahnlücke, wobei Plastikzapfen des Plattenrandes das
Aufdrehen der Schraube bündig in die Lücke übertragen
können, aber beim Hineinwachsen und Einordnen des Eckzahnes
nach und nach wegzuschleifen
sind. Die bunte Y-förmig unterteilte Platte oben zeigt
einen Bagatellfall, während die oben bei Eckzahn-Hochstand
(Mundfoto) gezeigte wohl auch eine Y- oder Z-Platte ist:
Schrauben, die an der
Innenseite der Eckzahn-Positionen platziert sind,
erweitern diese
durch Dehnung und Streckung. Bei den Z-Platten darunter (gelb
und lila-von-s/w) sind die Schrauben weiter hinten platziert und
wirken auf die Eckzahn-Region in einer Z-artigen Dreiteilung der
Platte. Durch ihre stärkere Längs-Ausrichtung erfolgt
die Lückenöffnung dann mehr durch Streckung oder
Distalisierung. Für den Unterkiefer (rosa Platte) gehen Y-
und Z-Platten ineinander über, je nachdem, an welcher Stelle
des Kieferbogens die Schrauben angeordnet sind.
Der
Anwendungsbereich der Y-Platte überlappt mit dem der neueren
Bertoni-Schraube (3-Wege-Schraube). Sie ist in der unten
gezeigten, grünen Platte enthalten, und außerdem 2
Distalschrauben, so dass diese Platte 5-gliedrig ist.
Dennoch ist sie nicht klobig. Sie ermöglicht Y- und
Z-Platten-Funktionen der Ausformung des Zahnbogens. Weiterhin
ist sie dafür ausgestattet, die vor Enge verdrehten Eckzähne
im Zuge ihres Platzgewinns auch gleich zu derotieren. Solche
Details unterscheiden vollwertige Platten von solchen, die nur
für feste Spangen vorbereiten sollen. Auch für den
Unterkiefer gibt es 3- oder 4-Wege-Schrauben in verschiedenen
Abmessungen.
Platten wie die
hier gezeigten führen bei längerer Behandlungsdauer auch
noch bei Jugendlichen zum Erfolg, werden aber heute vergessen,
obwohl sie einen Ausweg aus der häufigen Nötigungs-Situation
böten, die oben bei So nicht:
beschrieben ist: Zähneziehen oder Headgear oder (evtl.
mit Zuzahlung) hinderliche, unhygienische Festeinbauten oder gar
eine sog. skelettale Verankerung mit entzündungsträchtigen
Mini-Pins, die durch das Fleisch in den Knochen geschraubt werden.
Beides wird manchmal irreführend Komfort-Verankerung genannt!

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Molarendistalisation
mit Schraubsegmenten: (präprothetische)
Erwachsenen-Behandlung; eingeklemmte (retinierte) Eckzähne Die
symmetrische blaue Platte enthält beiderseits eine
Doppelschraube mit 2 unabhängigen Segmenten. In diesem
erwachsenen Oberkiefer fehlen alle 4 kleinen Backenzähne
(Prämolaren)! 2 wurden schon für Kieferorthopädie
in der Jugend geopfert und 2 waren später zerstört. Für
diese ist nun Zahnersatz geplant, aber die Mahlzähne sind
schon vorgerückt und haben die Lücken zu sehr verengt.
Mit den Schraubsegmenten sollen daher ausreichende Lücken
geschaffen werden. Das Detail mit den roten Pfeilen zeigt, dass
das vordere Segment zu den (ortsfesten) Schraubenköpfen hin
fährt, und das hintere von ihnen weg. Im Plastik hinter den
Schneidezähnen ist das gezackte Verankerungsblech dieses
langen Bauteils erkennbar.
In jüngeren
Fall darunter verharrten die eingeengten Eckzähne im Kiefer
(was eingeengte Weisheitszähne manchmal auch tun). Mit der
violetten und einer weiteren Distal-Platte wurden die
Eckzahn-Plätze durch Druck nach vorn und hinten erweitert,
wobei die großen Backenzähne einzeln mit
Schraubsegmenten zurückgeschoben wurden: rechts eines und
links zwei (wenn vorgenannte Doppelschraube nicht zur Verfügung
steht). Um damit nach dem hintersten Molar gezielt den vorletzten
zu bewegen, wäre die vordere Schraube aus- und die hintere
entsprechend wieder einzufahren. Vorn eine größere
Schraube zu verwenden, würde die Bruchsicherheit dieser
Reihenschaltung erhöhen. Anschließend
erschien hier (mit 25 Jahren) einer der Eckzähne von selbst,
während der andere hervorgezogen werden musste, indem er
freigeschnitten und mit einem Haken beklebt wurde, von dem ein
Gummiband zu einem Gegenhaken an der Platte zu spannen war. Dieses
Verfahren wäre auch an Crozat-Spangen (s.u.) möglich.
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Crozat-Geräte sind
das älteste System herausnehmbarer Zahnklammern. Sie wurden
in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Meisterschaft
entwickelt und aus Draht-Elementen verschiedener Dicken
zusammengelötet, oder heute auch geschweißt! Durch ihre
leichte Konstruktion eignen sie sich gut zum ganztägigen
Tragen z.B. in der Erwachsenen- und präprothetischen
Behandlung,
besonders bei vorgeschädigten Zähnen oder
Zahnfleisch. Sie können zur Zahnkorrektur
und durch Federwirkung auch zur Kieferdehnung und -streckung
benutzt werden, wobei im Oberkiefer auch bei Erwachsenen oft noch
bis zu 4-5mm zu gewinnen sind. Langsam zwar, aber mit
Crozat-Geräten wenig belastend. Könner, die leider immer seltener werden, behandeln damit nicht nur Bagatellfälle vollständig. Da
fortwährend Behandlungen verschleppt werden, sei es durch die
Preispolitik, durch Behandler oder aus mangelnder
Einsicht der kleinen Patienten zu ihrer besten Behandlungszeit,
reißt der Bedarf an Spätbehandlungen nicht
ab. Dennoch fehlt diese schonende Methode in den Massenmedien
völlig, und immer wieder listen Praxen sie aus!
Stattdessen wird eine neue Masche, Kinder zu gefährden,
unter der Bezeichnung skelettale Verankerung
systematisch vorangetrieben. Sie füllt schon ganze Kongresse,
mehr dazu s.u. bei Wenig belastende
Zusatzteile. Darstellungen
alter und aktueller Crozat-Fälle
gibt es im Kapitel Fallbeispiele.
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Crozat-Nachrüstung
und Mischformen Im auf
Draht/Kunststoff-Technik eingerichteten
Labor lassen sich günstig Economy-Crozats
herstellen, d.h. Mischformen aus Crozat und Platte.
Im oberen Bild sind die Drähte und übliche Halteklammern
in kleinen Plastikflügeln zu einer leichten Dehnspange
verbunden. Ähnliche Konstruktionen gibt es in der
festsitzenden Technologie als Lingualbogen,
Palatinalbügel, Bi-Helix oder Quad-Helix.
Anders als an Platten sind an Crozat-Geräten
nur 2 Halteklammern im Mahlzahnbereich üblich. Schließlich
sollen Crozats in ihrem ursprünglichen Ansinnen den Zähnen
bloß Impulse in die richtige Richtung geben und ihnen sonst
die Freiheit lassen, ihre körpergerechten stabilen Positionen
zu finden. Zwar kann
man Crozats mit zusätzlichen Halteklammern bauen, aber
schränkt dies damit ein. Zudem kann man nicht immer vorher
absehen, ob 2 Halteklammern genug Halt geben. Im unteren Bild z.B.
nicht, und weil wegen Kreuzbiss überdies
ein Aufbiss wünschenswert war, wurde er mit
zusätzlichen Halteklammern in Plastik nachgerüstet.
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Dezente Dehnplatten,
Mini-Dehnfeder statt fester Quadhelix (QH) oder
GNE Diese
Bauformen zur Kieferweitung sind kaum sprachstörend, wenig
sichtbar und somit für Patienten jeden Alters geeignet,
gerade auch bei langwierigen Dehnungen (angesichts von
ruppigen Alternativen wie Zähne
ziehen oder Gaumennahtsprengung GNE). Auch bei Erwachsenen sind
damit im Oberkiefer langsam oft noch 4-6 mm zu
gewinnen. Obige Bauform fasst die Seitenzähne statt
mit Halteklammern mit Kunststoff, der auch in Tiefziehtechnik
geformt werden kann. Eine kontinuierliche Krafteinwirkung zur
zügigen Dehnung kann in einer Dehnplatte mit einer
Feder-Dehnschraube erzielt werden. Während diese ein
Spezialteil ist, bestehen Mini-Dehnfedergeräte
aus Standardmaterial. Bei ihnen wirkt kontinuierlich eine
Feder, deren Stärke und Einmündungsort in die
Seitenflügel nach Bedarf auszulegen ist. Detaillierte
Anleitung sowie Kombination mit Lippenschild: unter
Leichtbau-Eigenkonstruktionen.
Falls Haltezähne mangeln,
weil alle zu konisch oder noch zu wenig durchgebrochen sind,
könnten kleine, zahnfarbene Simse (Attachments)
aufgeklebt werden, wie sie auch bei Korrekturschienen
(Invisalign®, s.u.) bekannt sind. Anders als Brackets oder
Bänder verletzen sie weder die Wangenschleimhaut, noch
erschweren sie die Hygiene am Zahnfleischsaum. Das Gerät
schnappt darauf dann fest und wackelfrei ein. Hingegen fängt
die feste Quad-Helix, die zur Frühbehandslung ähnlich
heftig wie die verletzende Gaumennahtsprengung propagiert wird,
jeden kleinen Bissen in ihren 4 Wicklungen ein, und bei jedem
Kauvorgang wird die Zunge vom ständigen Darüberschaben
wund - mehr davon im Alternativen-Kapitel.
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Einseitig
dehnende Platten (doch!) zur
Korrektur eines schon verfestigten einseitigen
Kreuzbisses, mit Kraftverteilung etwa 2/3 zu 1/3, während im
Anfangsstadium (muskulärer Kreuzbiss) noch eine einfache
Dehnplatte genügen würde (Kraftverteilung 1/2 zu
1/2). Ein 1/4 3/4 geteilter Aktivator (Doppeldecker),
wie in alter Literatur beschrieben, wäre aufwändiger,
und als neue Methode ist die fest eingebaute Quad-Helix
(Fertigteil) für immer jüngere Kinder auf dem Vormarsch,
die die Zungenabläufe massiv stören kann, siehe
Alternativen-Kapitel und die zudem eine höhere Rückfallquote
hat! Beide Exemplare sind schräg geteilt. Das grüne
stammt von einer 8-jährigen Patientin, die anderswo mit
Gaumennahtsprengung bedroht wurde. Es hat seitliche Aufbisse, um
den falschen Zusammenbiss zu entriegeln, doppelte Halteklammern
für verbesserten Halt und eine stabile Dehnschraube mit
integrierter Feder zur kontinuierlichen Dehnwirkung. Zugleich
können 3 Protrusionsfedern im Frontbereich Raum gewinnen, und
eine Fingerfeder kann eine beengte Eckzahnlücke öffnen
(die Labialbogen-Schlaufe wäre dabei zu weiten). Beim
gelben Exemplar, das ebenfalls Aufbisse oder weitere Elemente
haben könnte, wird die kontinuierliche Dehnwirkung durch eine
Silikon-Zone auf der Kreuzbiss-Seite in Kombination mit einer
simplen Dehnschraube erreicht. Dauerhafte Silikon-Qualitäten
für längeren Gebrauch sind als
Prothesen-Unterfütterungs-Material erhältlich.
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Platte mit
Federbolzenschrauben Diese
leider kontrastarmen Abbildungen stammen von einem Spaltpatienten.
Deren ausgeprägte Fehlstellungen werden heutzutage oft nur
mit festsitzender Technik für korrigierbar
gehalten. Federbolzenschrauben können mit einem
Gewindeschneider nachträglich zielgenau in eine Platte
eingesetzt oder umgesetzt werden (wie die linke der beiden). Der
noch fehlende Schneidezahn erscheint im unteren Bild im
Spaltbereich. Dieses Beispiel zeigt, wie mit herausnehmbarem
Gerät zur optimalen Zeit (die 4er und 5er sind noch
Milchzähne) der Kiefer gedehnt (Dehnschraube ist ca. 5mm
ausgefahren) und die ca. 45° gedrehten 1er mit
Federbolzenschrauben gegen den vorn anliegenden Draht ausgedreht
werden können. Mehr hierzu steht in Fallbeispiele-Kapitel.
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Regulierungssilikon
für komplizierte Zahnkorrekturen Auch
Zähne, die in der Reihe stehend schief sind (verdreht /
verkippt), können hiermit rationell korrigiert werden, sofern
genug Platz bereitgestellt wurde. Auf dem Gipsmodell werden
schiefe Zähne ausgesägt und mit Wachs gerade wieder
eingesetzt (Setup-Technik wie bei den Korrekturschienen). Vorher
wurde eine Platte hergestellt und mit einem Plastik- oder
Draht-Tragwerk beiderseits der zu korrigierenden Zähne
ausgestattet, an dem dann der Silikonmantel für sie
angebracht wird. Dieses Gerät ist graziler und weniger
sprachstörend als der berüchtigte Positioner, den die
festsitzende Technik als Abschluss für nicht ganz
gelungene Fälle vorsieht, der aber auch unabhängig
davon verwendet werden kann. Größere Korrekturen
wären mit geringem Aufwand
mit nur einer Trägerplatte möglich, indem
die Modellzähne nach und nach weiter korrigiert werden und
jeweils nur der Silikonmantel erneuert wird.
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2
weitere Silikon-Beispiele, 1 Feinkorrektur und 1 größere,
von W. Paulus. UK-Tiefziehschiene zum
Ausformen der Front, Drehständekorrektur und Lückenschluss
Zuerst wird auf das
Originalmodell eine weiche Platzhalterschiene aufgezogen (hier mit
blauen Streifen). Je stärker noch Umstellungen erforderlich
sind, um so dicker muß die Folie ausgewählt werden.
Nach dem Tiefziehen wird die Folie für den Bereich
zurechtgeschnitten, der mit Silikon unterfüttert werden soll,
und verbleibt auf dem Modell. Anschließend wird eine harte
Schiene über das Modell samt Platzhalter gezogen. Die Schiene
wird zurechtgeschliffen und der Platzhalter entfernt. In diesem
Bereich bleibt die Schiene etwas länger (..). Nach dem
Einschleifen der Okklusion wird auf dem Set-up Modell mit Silikon
unterfüttert (unteres Bild). OK-Platte mit
Silikon zur Korrektur einer Front, preisgünstig
für Selberzahler Das Silikon liegt erst
nur an den Stellen an, wo größere Bewegungen
erforderlich sind. Alles andere wird ausgewachst. Das weiche
Material verdrängt sich dadurch nicht über die
Schneidezahnkanten, und die Platte behält einen guten Sitz.
Je nachdem, wie das Silikon anliegt, kommt es zu Kippungen oder zu
mehr körperlichen Bewegungen. Die Platte kann auch mit einer
Schraube kombiniert werden. Zur Restkorrektur kann man später
dann das Silikon voll anliegen lassen. Beachte, dass es hier
beidseitig wirkt: der Labialbogen aus dickem Draht trägt
einen Plastikschild, der ebenfalls mit Silikon gefüttert
wird.

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Weniger belastende
Zusatzteile für Festsitzende Die überwiegend
USA-stämmige Multibracket-Technik (MB) zeichnet sich
durch einen Fundus oftmals lieblos konstruierter
Zusatz-(Fertig-)Teile aus, die die Lebensqualität des
Patienten weiter mindern und die Mundhygiene weiter
erschweren. Ein neuer Auswuchs, der
weltweit verbreitet wird, sind durch das Fleisch in den Knochen
gedrehte Schrauben (Mini-Pins, Verankerungs- oder
Mikro-Implantate,...) für diverse Befestigungszwecke. Unter
dem Oberbegriff skelettale (oder kortikale) Verankerung wird ihre
Anwendung systematisch erweitert und propagiert. Für
Bakterien sind sie eine Autobahn in den Knochen, wo Entzündungen
nur schwer zu bekämpfen sind. Herausnehmbare Alternativen,
für die solche Konstrukte völlig überflüssig
sind, werden dagegen zusehends vernachlässigt und von Praxen
ausgelistet.
Für
die Einzelkiefer-Behandlung liegen Alternativen
auf der Hand für den, der mit aktiven
Platten vertraut ist. Denn fast alle Zusatzteile ersetzen
lediglich Funktionen von Platten, z.B. -Kieferbreite
halten / hintere Zähne hinten halten: einfacher
unbestückter, dünner Plattenkörper, eventuell nur
nachts - statt Headgear, Lip Bumper, Nance-Platte (sprachstörend)
oder Gaumenbogen (TPA, beim Essen störend)! -Kieferdehnung:
Dehnplatte (ggf. auch Fächer-) oder Mini-Dehnfedergeräte
(im Kapitel Leichtbau-Eigenkonstruktionen
, mit M- oder W-Feder). -Frontzahn-Protrusion: Platte
mit Protrusionsfedern /-schrauben, statt beim Essen störende
Innenbögen. -Distalisierung des jeweils hintersten
Zahnes: Platte mit Distalschrauben, statt Headgear, Lip Bumper,
beim Essen und Sprechen störender Einbauten wie Pendelum oder
Distal-Jet oder gar Knochen-Piercing (s.o.).
2 Versionen MB-kompatibler
Halteelemente sind gezeigt: Silikon greift um angeklebte Teile
(sprachfreundliche frontoffene
Bauweise dieser Platte), oder schmale Kugelanker +
Griffhenkel. Für die Bisslage-Korrektur und vertikale
Fehlstellungen (tiefer oder offener Biss)
gibt es eine MB-kompatible Konfektionsware, den T4B (trainer for
braces). 1) Eine Unterkiefer-Rücklage bzw. der horizontale
Anteil von Tiefbissen kann durch konsequente Anwendung dieser
Trainer für 1 bis 3 Jahre korrigiert werden, statt mit
hinderlichen Herbstscharnieren oder anderen voluminösen, die
Hygiene behindernden Festeinbauten. 2) Ein Deckbiss oder
Tiefbiss kann unschwer damit eingeebnet werden. Diese vertikale
Korrektur geht durch Nutzung der Beißkräfte, statt dass
feste Aufbisse das Kauen extrem behindern. Neben dem meist
orangen T4B, der bis auf seine Bracket-Rille dem Kaukraft
Kiefer-Former ähnelt (K3F, siehe Zahnspangen-Galerie
B), gibt es in dieser Serie noch einen MB-kompatiblen
Deckbiss-Trainer, wohingegen der Deckbiss-Typ vom K3F dem
Patienten eine eigene, spitzere Kieferform erlaubt.
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Außenplatte
(Bukkalplatte) z.B. zum Lückenschluss Diese
angenehm zu tragende Konstruktion, die den Zungenraum plastikfrei
läßt, war bisher nur für den Unterkiefer
beschrieben, wo sie besonders im Falle zungenwärts gekippter
Zähne besser als eine normale Platte zu verankern
ist und diese Zähne mittels Federn aufrichten kann. Von der
Kraftverteilung her eignet sie sich gut zum Lückenschluss im
Seitenzahnbereich mittels Zugschrauben (links zur Demonstration),
z.B. bei Nichtanlage der unteren 5er (Häufigkeit 5%!)
nachrangig hinter Milchzahn-Erhalt, siehe auch
Nichtanlagen-Kapitel in den Fallbeispielen.
Vor einem Rest-Lückenschluss sollte der spontanen
Aufwanderung der Mahlzähne Gelegenheit gegeben werden. Auch
zahlen die Krankenkassen für größere
kieferorthopädische Lückenschlüsse unter Lobbydruck
nur noch Festsitzendes, obwohl auch geeignet konstruierte Platten
oder Crozats dies leisten können, wobei moderate
Geschwindigkeit beim Schrauben oder nur geringe Kräfte bei
Federn eine wichtige Rolle spielen.
Das
einfarbig in zwei Ansichten gezeigte Exemplar hat 1 zusätzliche
Dehnschraube zwischen dem eingeengten 5er und 6er rechts im Bild
und 1 Zugschraube zwischen dem lückig stehenden 5er und 6er
links. Eine weitere Anwendung wäre die Kompression
lückiger UK-Fronten, mit einer frontalen Zugschraube und
Silikon-Gelenken auf Höhe der 3er oder 4er.
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Extrusion
(Verlängerung)/ künstliche Unterschnitte Einen
offenen Biss zu
schließen, ist nach
Abschluss der Wachstumsphase allein mit herausnehmbaren
Geräten schwierig, da Zähne keine Griffe
haben. Hier kann man sich elegant mit künstlichen
Unterschnitten helfen. Das sind fast unsichtbare kleine
Simse aus zahnfarbigem Material (hier mit gelbem Wachs an den 1ern
demonstriert), die als Auflage für entsprechende
Federelemente dienen, und die in ähnlicher Form auch zur
Verstärkung von
Korrekturschienen-Techniken (s. u.) dienen. Dicker als diese
Drähte brauchen die Simse nicht zu sein, und sie erzeugen
somit anders als Brackets keine Irritationen. Sie sind auch kaum
sichtbar, kaum Dreckfänger und komfortabler als
die Extrusionsmethode,
Gummibänder zwischen Brackets oder Knöpfen
zu spannen, die auf obere und untere Zähne geklebt werden.
Die hier gezeigte frontoffene Konstruktion, deren Wirkprinzip sich
auf andere Zähne z.B. im Seitenbereich übertragen lässt,
ist einfach in der Handhabung und Pflege und kaum
sprachstörend. Dieses Element kann
an einer aktiven Platte angebracht
werden, die weitere Funktionen aufweist.
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Platte
zur Intrusion (= Zahn-Verkürzung) hier
für die Frontzähne
bei Deckbiss-artiger Stellung. Oft wird Intrusion auch als
präprothetische Maßnahme benötigt:
wenn sich nämlich bei einer alten Lücke, die versorgt
werden soll, der entsprechende Zahn des Gegenkiefers in diese
Lücke hinein verlängert hat. Gerade bei
Patienten mit bereits geschädigtem Zahnfleisch bergen
herausnehmbare Geräte weniger Risiken als feste. Eine
derartige Platte benötigt gute Verankerung an den übrigen
Backen- und Frontzähnen, oder besser noch Aufbisse wie hier,
über die auch die Zubeiß-Kraft umgesetzt werden kann.
Diese kann allerdings mit 1-teiligen Geräten wie z.B.
konfektionierten Trainern (siehe Zahnspangen-Galerie B) auch ganz
ohne Halteelemente zur Intrusion genutzt werden. Z.B. bei Kindern
im Zahnwechsel oder nach Zahnverlust und Lockerung im Alter.
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Korrekturschienen:
Orthocaps, Invisalign®
oder handwerkliche Kontaktlinsen für die
Zähne dienen
zur Behandlung Erwachsener und älterer Jugendlicher mittels
einer Abfolge transparenter Plastikschienen (aktive
Schienen), wovon jede etwas korrekter als
die vorige ist und mehrere Wochen Vollzeit zu tragen ist. Bzw. bei
Teilzeit-Tragen ist dieser Zeitraum und die Behandlungsdauer
entsprechend zu verlängern. Da
Erwachsene oft Engstände haben, konzentrieren sich
Weiterentwicklungen auf die Platzbeschaffung, unter Einbezug von
Schmalerschleifen (Strippen, Slicen) der Zähne, so wie auch
im hier gezeigten Fall geschehen. Bei offenem Biss werden oft dezente zahnfarbene Griffe angeklebt, vergl. hierzu Extrusion (Verlängerung)/ künstliche Unterschnitte.
Indessen ermöglicht die Kombination harter und weicher
Schienen-Materialien einen gewebeschonenden Kaugummieffekt
für die Zahnkorrektur: Zahnbewegungen gehen erst etwa
14 Tage schnell und dann, wenn die Kraft unvermindert weiter
einwirkt und die Regenerationsfähigkeit der Zahnhaltegewebe
sich erschöpft, nur noch schleppend weiter. Gegen diese
Erschöpfung nutzt das neue Orthocaps-System
(www.orthocaps.de,
automatisch hergestellt in Hamm, Westfalen) harte und weiche
Korrekturschienen im Wechsel, wobei die Gesamtbehandlung zu
moderaten Preisen in bis zu 8 hart-weich-Zyklen unterteilt
wird. Weiterhin stellen verschiedene Zahnlabors dickere
Korrekturschienen im hart-weich-Verbund her. Mit beiden
hart-weich-Kombinationen, Verbund oder Wechselzyklen, wird das
Zahnhaltegewebe geschont. So ist die Behandlung schmerzarm und
dennoch zügig.
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Zungenpunkt-Platte Eine
falsche Zungenlage oder -funktion kann Zahn-Fehlstellungen und
Kiefer-Fehlwuchs verursachen. Bei einer frühzeitigen
Normalisierung können diese sich wieder normalisieren. Aber
auch bei ihrer kieferorthopädischen Behandlung ist die
Abstellung der zungenbedingten Ursache wichtig, da sonst ein
Rückfall droht. Logopädie trägt ihren Teil dazu
bei, aber die Krankenkassen ziehen sich aus ihrer Bezahlung
zurück. Stattdessen drohen sogar erst 8-jährigen Kindern
nun vermehrt hinderliche, fest eingebaute Zungengitter, oder
schlimmstenfalls feste Stacheln (Spikes) als schnelle
Fertigteile.
Im Gegensatz dazu soll das
kleine Loch in der hier gezeigten Platte die Zungenspitze
sanft an ihre Soll-Position locken. Drumherum ist das
Relief des Vordergaumens aus dünnem
Silikon nachgebildet, um der Zunge eine Oberfläche zu bieten,
die sich natürlich anfühlt. Von der Zunge zu weit
vorgeschobene (protrudierte) Schneidezähne können
mit dem frontalen Draht wieder zurückgeschoben werden, wozu
das Plastik hinter ihnen auszuschleifen wäre. Die Platte
könnte weitere Elemente enthalten, z.B. eine
Dehnschraube. Auch viele Doppeldecker-Zahnspangen
(siehe in Zahnspangen-Galerie B) normalisieren die Zungenabläufe,
wären aber für diesen Zweck allein recht aufwändig.
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