Faule Lückenhalter beuten Kinder aus, KFO-Arbeitsbeschaffung

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Faule Lückenhalter beuten Kinder aus, KFO-Arbeitsbeschaffung

Beitrag#1von ruebezahl » 11. Nov 2011 11:33

Liebe Leser,
bei Lückenhaltern solltet ihr näher hingucken, ob sie Platzprobleme verhindern oder eher verschlimmern.
Bei vorzeitig verlorenen Milchbackenzähnen kann ein simpel unverstellbarer Lückenhalter noch nützen, weil ihre Nachfolger, die Prämolaren, weniger Platz brauchen.
Anders ist es bei dem nicht seltenen Eckzahn-Platzmangel. Bleibende Eckzähne brauchen, ebenso wie Schneidezähne, mehr Platz. Ein Lückenhalter ohne was zum Schrauben hinter den Engbereichen läuft dann leider oft auf kieferorthopädische Arbeitsbeschaffung hinaus.
So geschehen gerade im Schwarzwald-Outback, wo einem 13-Jährigen nach 2 Jahren Eckzahnenge-Halter-Zeitverplempern nun eine würgereizende feste Spange unter den Gaumen gebaut wurde, der üblichen unvollständigen Bauart, die Backenzähne nach hinten zwingen soll, und wo meine nächsten Weiße-Liste-Adressen erst hinter den 7 Bergen liegen.
Also, aus ostdeutschen Prärien habe ich solche Zustände noch nicht erfahren. Aber dort sind Privatleistungen bekanntlich schwer verkäuflich, so dass diese Sorte Kieferorthopäden, die Patienten erst verschleppt und ihnen dann profitabel das Fell über die Ohren zieht, dort eher selten ist.
Ein Corpus Delicti, das zwar Schrauben hat, die aber an der falschen Stelle sitzen, habe ich in www.sanfte-zahnklammern.de/spangen/gera ... istea.html oben rot unterlegt. Auch das hat 2 Jahre verplempert, wobei ein Zweitmeinungs-Versuch nach 1 Jahr leider am Falschen scheiterte, des Typs „Erst, wenn alle Milchzähne weg sind“, aber wo zum Glück Alternativ-Adressen näher lagen.
Eine aktuelle Sammlung professioneller Platten, die nicht nur zur Frühbehandlung, sondern auch für (verschleppte) Spätfälle taugen, fand ich hier www.kfo-soehngen.de/kfo_fachlabor_gisbe ... gen_2.html , aber leider nur regional verbreitet.
Dabei wäre eine richtig wirksame aktive Platte gegenüber einer minderwirksamen nur wenig Mehraufwand, sowohl an Herstellung als auch an täglicher Tragezeit für den Patienten, und würde zu einem ordentlichen Gebiss führen, statt zu einer Profitquelle für Fertigteil-Hersteller.
Daraus folgt: wer minderwirksame (Eckzahn-)Lückenhalter trägt, lässt sich ausbeuten.
Eine engagierte Holländerin schätzte neulich:
wenn alle Kinder, die Fehlstellungen entwickeln, frühzeitig mit konfektionierten Trainern versorgt würden (z.B. Kaukraft Kiefer-Former), dann würden 90% der Kieferorthopäden arbeitslos.
Traurig, aber klar, dass konfektionierte Trainer in der hier und anderswo herrschenden Lobbyfilzokratie vor sich hin dümpeln, statt als Kostenspar-Durchbruch groß promotet oder zumindest von einigen Krankenkassen gefördert zu werden.

Gute Frühwinternacht, Deutschland!
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Lückenhalter

Beitrag#2von anact » 25. Nov 2011 20:35

Sorry Lückenhalter, das Wort sagt ja schon um was es sich handelt.
Die Lücke halten und nicht mehr.
Ich arbeite seit 30 Jahren in der Kieferorthopädie, was mich immer wieder nervt sind die Hardcore Fundis auf der einen oder andern Seite.
Es ist das gleiche Problem wie in der Medizin, würden beide Seiten mehr Inputs von der Gegenseite zulassen oder selbst einmal ausprobieren, wären wieder im gesamten medizinischen Bereich nicht mehr in der Steinzeit.
Viele Wege führen nach Rom und so ist es auch in der Kieferorthopädie.
Jede Methode ist Fluch und segen zugleich.
Es gigt Scharlatane auf beiden Seiten und immer solche die der Abzockerei verfallen sind.
Ich habe mir den K3F auch mal angesehen, auch diese Therapie ist nicht das Mass aller Dinge für eine Schnarchtherapie absolut ungeeignet.
Herbstapparaturen bewirken nachhaltig eine Skelettale Veränderung.
Diese Behandlung ist sicherlich eine Rosskur aber immer noch die beste Alternative zur OP.
Was ich in der Praxis erlebe, sind vor allem grundlegende Fehler.
Schlechte Mitarbeit der Patienten, das ist ein Grund der Behandler, dass vermehrt auf festsitzende Apparaturen zurück gegriffen wird, auch die Eltern, die lieber mit ihren Sprössligen stungenlang disskutieren.
Ich selbst finde die Zusammenarbeit zwischen Schul und Ganzheitlicher Kieferorthopädie wäre die Lösung aller Probleme.

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Die Vielfalt erhalten; Ursächliche Schnarchtherapie?

Beitrag#3von ruebezahl » 26. Nov 2011 21:22

Hallo Alle,
>Die Lücke halten und nicht mehr.
++ Wo eine ausreichend große Lücke ist, in Ordnung. Leider kommt es vor, dass auch Kinder mit zu engen Lücken bloß Lückenhalter bekommen und so zu verschleppten Fällen (gemacht) werden. Ein Lückenöffner (z.B. eine Y-Platte) wäre hierbei kaum Mehraufwand und würde das Problem lösen.
>Herbstapparaturen bewirken nachhaltig eine Skelettale Veränderung.
++ Prof. Tränkmann, dem ich zahlreiche Fallbeispiele verdanke, vertrat auf einem Kongress die Meinung, dann müsste das auch mit herausnehmbaren FKO-Geräten (Aktivator, Bionator) noch gehen. Mit etwas mehr Zeit (dafür mehr Langzeitstabilität?) und vorausgesetzt, dass sie getragen werden. Leider wird diese Option von der konventionellen KFO arg unter den Tisch gekehrt, auch von Gutachtern diverser Kassen, denen mittlerweile schon 13-Jährige (ab Schwere KIG 3) pauschal zu alt für herausnehmbare Behandlung sind.
>Schlechte Mitarbeit der Patienten, das ist ein Grund der Behandler, dass vermehrt auf festsitzende
A) Auch dieses Problem ist im größeren Zusammenhang zu betrachten.
Dass viele Eltern zu wenig Zeit für ihre Kinder haben, kommt vom politisch gewollt wachsenden Billiglohnsektor. Dass die Geburtenrate so zusammengeschrumpft ist, auch. Dann wollte gewinnorientierte Kieferorthopäden aus jedem Kind mehr herausholen und erwachsene Patienten gewinnen, und mit begrenzter Zeit für Fortbildungen rationalisieren manche dann nach dem Motto „Was für Erwachsene geht, geht für Kinder erst recht“. So drängen sie bewährte sanfte Methoden, mit dem Wachstum zu arbeiten, ins Abseits.
Gewalt ist jedoch zerstörerisch.

B) Zur psychologischen Komponente der Motivation (zum Spangentragen) bietet sich ein Vergleich mit Lehrern an.
Es gibt
-- solche, die sich mit Repressalien Respekt verschaffen.
-- solche, denen Schüler, die ihre Macht erproben wollen, auf der Nase herumtanzen, zu Lasten der Unterrichtsqualität für alle
-- solche, die von allen Schülern freiwillig respektiert werden. Sie zeichnen sich in erster Linie durch erhöhtes Einfühlungsvermögen und Fairness aus, aber auch durch Fachkompetenz und gute Fähigkeit, Inhalte zu vermitteln.
-- Schulformen, in denen spielerisch gelernt wird, könnte man mit Kaugummieffekt-Kieferorthopädie vergleichen. Weniger Anstrengung, gleicher Effekt. Wobei die dynamischen Kaugummi-Spangen zuhause bleiben können, auch wenn die Kinder ganztags außer Haus sind.
Nebenbei, hier ist eine Serie bunter neuer Kaugummieffekt-Geräte für das Wechselgebiss, die ich bei nächster Gelegenheit in meine Galerie B einbringen möchte: http://www.my-fgb.info/geraete/index.html

C) Die gesündeste Lösung für das Medizinsystem wäre meines Erachtens, die Vergütung für Mediziner mal richtig zu polen, nämlich wie einen Wartungsvertrag:
Ärzte kriegen die Versichertenbeiträge und sollen davon die Versicherten gesund halten, und was übrig bleibt, kann unter den Beteiligten aufgeteilt werden. Bzw. die ausufernden Beiträge könnten wieder zurückgeschraubt werden.

Last not least die Schnarchtherapie,
die ist ein großer Markt (wie man schon beim Googeln merkt). Wobei das wenigste davon ursächliche Therapie ist.
Hier ist noch etwas, das ziemlich physiologisch erscheint: die Membrantrichterplatte (Göttingen) http://www.stern.de/schlaf/aktuelles/sc ... 29606.html
http://www.netdoktor.de/News/Naechtlich ... 14615.html

Soweit für diesmal,
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Lückenhalter

Beitrag#4von anact » 30. Nov 2011 17:34

Hallo Admin
Du sprichst hier von Billiglöhnen, der Preisunterschied zwischen einem Lückenhalter und einer Y-Platte ist doch beträchtlich und der Kostendruck wird von der Kasse und dem Zahnarzt auf den Techniker übertragen.
Ich bin mir bewusst,das es immer günstigere Methoden gibt, nur welcher Behandler ist auch dazu bereit.
VDP, Aktivator und Bionator haben ihre Berechtigung. Eine Hebstbehandlung ist aber als Alternative zur OP immer die bessere Lösung. Der Funktionsregler von Fränkel ist ein geniales Gerät, leider setzen sich die wenigsten Zahnärzte mit der Materie auseinander und somit ist der Misserfolg Programm. Viele Zahnärzte finden erst nach Jahren ihren Weg, andere haben das Gespühr.

Dein Link zur Saugglocke ist wirklich belustigend. Kann mir kaum vorstellen, das dieser Professer eine Woche lang einen Selbstversuch durchgehalten hat. Sollte tätsächlich ein Unterdruck mit diesem Teil erzeugt werden, was ich mir nur vorstellen kann, wenn eine zusätzliche Bandage um den Kopf gelegt wird, dass sich der Kiefer nicht öffnet.
Ein Unterdruck wird aber zum Resultat haben, dass das Gaumensegel noch mehr gedehnt wird un so das Schnarchgeräusch noch stärker wird.
Zudem muss beachtet werden,dass viele Schnarcher auch Probleme mit der Nase haben und die Meisten deshalb Mundatmer sind. Mit dieser saugglocke wirds richtig ruhig, weil der Patient erstickt ist.
Bei Apnoepatienten hat dieses Teil nichts zu suchen, weil die Apnoe nichts mit dem Gaumensegel zu tun hat.
Ich finde es beachtlich welcher Schrott immer wieder den Patienten angedreht wird und wieviele Dumme, das jeden Morgen aufstehen und für sowas auch noch Geld bezahlen. Für mich grenzt das schon an vorsätzliche Körperverletzung.
Gruss anact
anact
 

Teure Platten? Schnarch-Schrott?

Beitrag#5von ruebezahl » 30. Nov 2011 18:15

> der Preisunterschied zwischen einem Lückenhalter und einer Y-Platte ist doch beträchtlich
++ 2 Standard-Schrauben für zusammen 3 bis 4 Euro, 2x die Platte durchtrennen, das kann doch nicht mehr als 30 Euro zusätzlich kosten? Und kann teure Großaktionen später ersparen.

Als vorsätzliche Körperverletzung betrachte ich z.B. unnötiges Zähneziehen oder unnötige Gaumennahtsprengungen.
Die verschiedenen Arten und Ursachen von Schnarchen sind eigentlich nicht mein Thema.
Ich kenne einen Schnarchgeplagten, der schon vieles versucht hat, und mittlerweile mehrere Webseiten mit freiverkäuflichen Anti-Schnarch-Artikeln. Zahnärztliche sind leider oft teuer.
Gibt es da denn eine ursächliche Therapie, die den normalen Zustand wieder herstellen soll? Z.B. eine Physiotherapie, ggf. mit speziellem Trainungsmittel, damit die am Schnarchen beteiligten Körperteile wieder genug Spannkraft bekommen und nicht mehr geräuschvoll flattern?

Sowas kann schwer sein. Weil man z.B.auch gegen die verbreitete Kurzsichtigkeit keine Therapie zur Wiederherstellung eines früheren, gesünderen Zustandes findet. Oder in einigen fernen Ländern doch?

Nun denn,
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Beitrag#6von Lückenhalter » 2. Dez 2011 18:10

2x Schrauben ,Platten, was darf sowas denn Kosten, soll ein Techniker seinen Lohn verdienen mit dieser Tätigkeit, einfacher wäre es dann doch gleich Harz IV zu geziehen. Die wenigsten Menschen kennen den Aufwand, der hinter dieser Arbeit steckt.
Zum Schnarchen, es gibt keine Therapie, die eine Heilung zur Folge hat.
Ab 40 nimmt die Muskelmasse ab, das kann man nur durch intensives Training kompensieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, das Personen, die singen oder ein Blasinstrument spielen weniger schnarchen bei gleichen Gewicht, als Personen ohne Training.Bei solchen Apparaturen setzen wir voraus, das sie erprobt, tragbar sind und eine lange lebensdauer haben.
Am seriösesten erscheint uns nach Rücksprache mit einigen Anbietern ein Highclassprodukt, das in der Schweiz entwickelt wurde, eine Co- Entwicklung zwischen Österreich und der Schweiz. Mit Lebendauer (bei angebrachter Pflege) über 10 Jahre. Werde hier aber keine Namen nennen, google einfach unter schnarchlos werden.

Grüsse anact
Lückenhalter
 

Aktive Platten Kosten, Bertonischrauben, Schnarcherschienen

Beitrag#7von ruebezahl » 3. Dez 2011 16:17

Hallo Anact,
danke für den Anti-Schnarch-Tipp.
Trotz allgemeinem Preisdruck kann es also gelingen, klar zu machen, welchen Preis ein Qualitätserzeugnis wert ist. Ob bei Schnarcherschienen, Zahnersatz oder Zahnspangen.

Wegen Preisen von Lückenhaltern und Y-Platten habe ich mich bei einen KFO-Techniker erkundigt:
Lückenhalter 90-100 Euro
Übliche aktive Dehnplatte 130 - 150 Euro
Statt Y-Platten bevorzugt er Bertoniplatten, macht noch etwa 10 Euro Material-Mehrkosten, aber dafür kann man dann mit der T-förmigen Teilung auch noch die Frontzähne einreihen, z.B. Pflugschar-Stellungen behandeln.
Statt dass später Geld aus knappen Familienkassen an die Bracket-Fabriken abfließt, und vielleicht für Pendulums und ähnliches noch zusätzlich, weil zur rechten Zeit mit 50 Euro Mehrkosten für eine gescheite Platte gegeizt wurde.

Zahnlabors stehen unter Druck durch Automatisierung (sofern sie nicht selbst mitziehen), durch Konkurrenz aus Fernost sowie schlimmer noch, wie mir ein anderer Insider sagte, durch die Planungsunsicherheit seitens der Gesundheitspolitik.

In Hessen beklagte sich ein Allesmacher-Zahnarzt über eine dumme Regelung dort:
Dehnplatten mit Federdehnschrauben wirken besser als mit normalen Dehnschrauben, aber die dortigen Kassen zahlen dann die ganze Platte nicht mehr, statt zumindest den Grundpreis zu zahlen und die geringen Material-Mehrkosten vom Patienten zu verlangen.
So werden technische Verbesserungen für den Patienten ausgebremst.

Soweit für diesmal,
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