Überdiagnose, Übertherapie, überteuert, übermässig schädlich

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Überdiagnose, Übertherapie, überteuert, übermässig schädlich

Beitrag#1von ruebezahl » 22. Mär 2010 11:12

Liebe Leser,

neulich hatte ich ein nettes Telefongespräch mit einem Zahnarzt, der ein bestätigtes Mitglied meiner Positivliste ist.
Er erwähnte Patienten, die auf meine Empfehlung zu ihm gekommen sind. Mit einem 8-Jährigen, dem gleich 2 Fach-Kieferorthopäden in der nächstgrößeren Stadt Progenie bescheinigt hatten und ihn mit Gaumennahtsprengung und Kopf-Kinn-Kappe zu behandeln planten.

Zwar beschränkt dieser Positivlisten-ZA sein kieferorthopädisches Angebot auf leichte und mittlere Fälle und schickt die schweren weiter. Aber er verlässt sich bei der Diagnose nicht blind auf Fachkollegen, sondern untersucht mit seinen Sinnen selbst noch einmal. Und siehe da:
Die angebliche Progenie war bloß ein progener Zwangbiss, d.h. der Unterkiefer rutscht beim Zusammenbeißen durch Kreuzbisse zu weit vor.
Er bestellte dem Jungen einen elastischen offenen Aktivator (EAO, Klammt-Gerät), und schon nach 8 Wochen war der Kreuz- und Zwangsbiss damit normalisiert.

Haben dagegen jene 2 Fach-Kieferorthopäden Röntgenbilder von komplizierter Software auswerten lassen, die sie selbst nicht richtig verstanden: „Und wo lassen Sie denken?“
Oder wollten sie gar vorsätzlich aus einem leichten Fall einen schweren machen: „Merkt doch keiner!?“
Auch ein Ganzheitlicher anderswo bemängelte, dass auf aufwändige moderne Diagnostik (auch, wenn sie korrekt ist) oft so armselige Behandlungsvorschläge folgen. Auch Gaumennahtsprengung und Kinnkappe sind beileibe keine modernen Behandlungsmittel.

Soweit die Lage,
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Beitrag#2von ruebezahl » 28. Mär 2010 13:28

Hallo nochmal,
noch 3 Übertherapie-Behandlungspläne, für die Unterbieter gesucht wurden, aus 3 verschiedenen Regionen:
1) Ein Erwachsener mit einem nicht erhaltungswürdigem, wackeligen 1er, bei Platzüberschuss, ist offenbar an einen guten Verkäufer geraten. Da wurde erst eine Korrektur des Frontzahnbereiches mit festen Spangen geplant, dann den defekten 1er ziehen, die Lücke mit einem Implantat und die übrigen Schneide- und Eckzähne mit Veneers versorgen. Kosten für die feste Spange „nur“ 1600 Euro, aber das wäre hier nicht einmal die halbe Miete.
Sicher wäre es weniger belastend, billiger und mindestens ebenso stabil, den Wackel-1er druch eine Brücke zu ersetzen und die Zahnstellung vorher mit Korrekturschiene, Platte oder Crozat zu verbessern.
2) Kind / Jugendlicher: Engstand, schmale Kiefer, hochstehende obere Eckzähne, Spee-Kurve, Rückbiss mit einzelnen Scherenbissen, vertikales Wachstum.
Da veranschlagte der erste Behandlungsplaner > 7000 Euro (!) für feste Spangen für alles (nicht näher aufgeschlüsselt), und natürlich geht die Spee-Kurve dabei drauf!
3) Kind mit gepflegtem Wechselgebiß (noch). Lückiger Stand der oberen Frontzähne, ausgeprägte Speesche Kurve, Rückbisslage mit Tiefbiß, 6mm Überbiss. Pläne (Hacke Spitze vorwärts seitwärts...) Einordnen 13,23, Ausrotieren 16,26, Torque der Front, Protrusion der Front mit Intrusion, zusammen > 6000 Euro, mit Multiband, Retentionsgeräten, Kleberetainer (weil In-Form-Gezwungenes sonst ratzfatz den Rückfall kriegt?) und FKO.

Was eine gesunde Spee-Kurve angeht, so schrieb mir eine Kieferorthopädie-Geschädigte neulich, dass die Wiederherstellung ihrer Spee-Kurve, deren Plättung bei ihr Beschwerden hervorgerufen hat, aufwändig wäre und angeblich wieder nur mit festen Spangen ginge. Ob sie das von einem Rattenfänger hat, sei dahingestellt. Das letzte Wort ist hierzu noch nicht gesprochen.
Was der eine kaputtmacht und daran verdient, repariert ein anderer und verdient daran auch, aber die Lebensqualität geht zum Teufel, und die globalen Ressourcen in vielen Bereichen auch!
Ab und zu kriege ich aber auch eine ERFOLGSMELDUNG, wie neulich diese:
Frühjahr 2008 brachte eine Mutter ihren Jungen rechtzeitig zum Kieferorthopäden, wegen 10 mm Überbiss, bei ansonsten geraden Zähnen. Empfohlen hat der sein Standardprogramm mit 1. loser Spange (2x 9 Monate ), 2. fester Spange (9-12 Monate) 3. loser Retentionsspange. Das kam ihr gleich wie ein Verkaufsgespräch vor.
Ich konnte ihr eine erreichbare Positiv-Adresse empfehlen, da bekam ihr Sohn im Juni 2008 einen Bionator: „Die Erfolge sind überwältigend (auch der Arzt ist begeistert). Bald wird die Behandlung abgeschlossen sein und wir sind überglücklich ... Eine sanfte und schmerzlose Therapie führte zu 100% igem Ergebnis.“

Soweit für diesmal,
Larissa
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