endlich versteh ichs

Hier der Link zur Hauptseite: http://www.zwanglose-zahnspangen.de
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endlich versteh ichs

Beitrag#1von noise » 5. Mär 2008 18:03

hallo,

bin vorgestern über einen kritischen kommentar zu festen zahnspangen gestoßen und hab mich in den letzten tagen in dieses thema eingelesen...ich muss sagen ich bin schockiert.

ich hatte zwischen ca. 12 und 16 anfangs eine spange zum rausnehmen, zwei gesunde zähne bekam ich wegen "platzmangel" gezogen, dann feste spange & headgear und schlussendlich noch eine zum rausnehmen (irgendwann eigenmächtig abgesetzt seitdem ist vor allem im uk wieder einiges verschoben). der zahnarzt war nach abschluss der behandlung nicht mit dem ergebnis zufrieden [kein kommentar...] - meine schneidezähne im ok standen immer noch nach vor und den nur mühsam zu stande bringbaren lippenschluss schob er auf meine zu kurze oberlippe (!!). anschließend schickte er mich zur logopädin, weil meine zunge zu lang sei und ich meine vorderzähne mit ihr verschieben würde.
immerhin hat mir die logopädin die nasenatmung beigebracht.

aufklärung darüber, dass meine zahnwurzeln/zahnfleisch unter der festen spange leiden könnten (und auch tatsächlich gelitten haben), bekam ich soweit ich weiß keine, muss da aber nochmal meine eltern befragen, kanns mir aber auch nicht vorstellen.

und als schönen nebeneffekt hat mir die spange ein zu langes gesicht beschert - vertikales, statt horizontales wachstum mit dem effekt fliehendes kinn, dicke unterlippe, vorstehende nase und sehr schlechter haltung. alles im prinzip so wie hier beschrieben: www.orthotropics.com oder hier: www.orthodontic-outrage.com.

und nach vielen jahren versteh ich endlich warum!

wollte mir das nur mal von der seele schreiben, und wollte auch mal nachfragen, weil ich im netz nichts darüber finden konnte:
lässt sich jetzt da in meinem alter von 24 jahren noch was dran ändern, abgesehen von chirurgischen eingriffen, mit sanften methoden? (ich kanns mir ehrlich gesagt nicht vorstellen).

muss auch noch unbedingt kinderfotos von mir im profil ausgraben. und erinnere mich gerade dass ja auch der zahnarzt vorm einsetzen der festen spange fotos gemacht hat, die ich (warum wohl?) nachher nie mehr
gesehen habe.

ich komme übrigens aus österreich und kann mich nur dran erinnern dass bei uns in der provinz schon vor zehn jahren brackets das um und auf waren (kann mich an niemanden erinnern der nur herausnehmbares hatte).

danke jedenfalls für die aufklärungsarbeit!
noise
noise
 

Beitrag#2von ruebezahl » 6. Mär 2008 13:29

Hallo Noise,
> ich hatte zwischen ca. 12 und 16 anfangs eine spange zum rausnehmen, zwei gesunde zähne bekam ich wegen "platzmangel" gezogen, dann feste spange & headgear
++ Headgear NACH loser Spange sieht verdammt danach aus, dass die lose eine Sparversion war, wie sie heute so verbreitet sind, um Arbeit für feste Spangen übrig zu lassen. Wäre sie eine Vollversion gewesen, hätte sie vielleicht, obwohl 12 nicht gerade jung ist, auch genug Platz gewinnen können. Platzmangel kommt nicht über Nacht, und dabei gilt: je früher, desto einfacher (und kostengünstiger, bzw. unprofitabler) lassen sich die Kiefer zu einer ordentlichen Entwicklung anregen.
Aber es gibt extra Kurse von Herstellern für Kieferorthopäden, wie man Behandlungen mit reichlicher Verwendung ihrer Produkte langziehen kann, ohne dass die Kasse muckt. Bzw. für Privatpatienten kann man auch schneller, aber dafür mit teureren Produkten. Weiterhin gibt es Verkaufspsychologie-Kurse dazu, wie man allen, die etwas Geld übrig haben, schicke High-Tech Privatleistungen andreht, und altbewährte Low-Tech Methoden dabei stets verschweigt.
> schneidezähne im ok standen immer noch nach vor und den nur mühsam zu stande bringbaren lippenschluss schob er auf meine zu kurze oberlippe (!!). anschließend schickte er mich zur logopädin,
++ Da hat die feste Spange deine Kiefer wohl in eine Form gezwungen, die nicht zu deinem Schädel passt. Logopädie-Behandlung macht man sinnvollerweise VOR oder zu Anfang einer kieferorthopädischen Behandlung, und nicht, wenn es am Schluss nicht richtig geworden ist. Ebenso wie die Umstellung auf Nasenatmung, das war für Balters und Fränkel das A und O, und alle Doppeldecker wirken darauf mehr oder weniger hin, sowie Mundvorhofplatten, die es zur Frühbehandlung auch fertig gibt.
> aufklärung darüber, dass meine zahnwurzeln/zahnfleisch unter der festen spange leiden könnten (und auch tatsächlich gelitten haben), bekam ich soweit ich weiß keine,
++ Guckt mal hier, das ist kein Einzelfall:
www.sanfte-zahnklammern.de/images/entzuend_versenk.jpg
> vertikales, statt horizontales wachstum mit dem effekt fliehendes kinn, dicke unterlippe, vorstehende nase und sehr schlechter haltung. alles im prinzip so wie hier beschrieben:
++ Von Prof. Mew, England, kenn ich, ist insgesamt eine löbliche Anti-Zähnezieh-Initiative, aber mit 2 Haaren in der Suppe:
1)
diese vertikale-Wachstums-Geschichte wird dort recht monokausal als Ursache aller Fehlstellungen dargestellt. Gemeint ist eine Gesichtsentwicklung, die u.a. durch Mundatmung krankhaft vertikal abweicht. Dass es natürlicherweise Breit- und Langschädel und Mischtypen gibt, mit jeweils gesunden Gebissen, scheint dort ignoriert zu werden. Anders als z.B. bei Bimler. www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/bi ... ler_c.html zeigt eine erfolgreiche Progenie-Behandlung eines langschädeligen Mädchens. Sie dauerte zwar länger als bei Breitschädeln, aber nächtliches Weitertragen eines Bimler-Gerätes belastet ja nicht viel, und den Geldbeutel auch nicht.
2) A propos Progenie: da wollte Prof. Mew nicht von den gottverdammten Außenspangen (Delaire-Maske, Gesichtsmaske) lassen, auch bei völlig rechtzeitigen Fällen nicht, und obwohl ihm Funktionskieferorthopädie bekannt ist, einschließlich des bewährten Funktionsreglers 3 nach Fränkel, der verbreiteter als Bimler ist. Die Progeniebehandlungs-Beispiele meiner Seite hat er ebenso ignoriert: neben Bimler auch Tränkmann, Kiefer-Former, ... und tschüss! Steht also nicht mehr in meiner Linkliste, anders als z.B. diese Fachinfo:
www.uni-ulm.de/klinik/zmk4/deutsch/beha ... rkung.html
wie man diese Mew´sche krankhaft-vertikale Kieferentwicklung gesunden lassen kann. Was nicht nur mit dem gezeigten Federbügel-Aktivator geht, sondern sich auch auf kleinere und konventionellere Doppeldecker übertragen lässt: den endständigen 6er- oder 7er-Bereich überhöhen, das löst Muskelreize aus, die in Richtung Normalisierung, weg vom Vertikalwachstum, wirken.

Aber zugegeben, ist das englische Gesundheitssystem auch hinsichtlich Kieferorthopädie besch***, oder ein düsterer Blick in die Zukunft, wohin die Demontage des Gesundheitssystems in der Lobbykratie führt. Einmal konnte ich englische Schüler (etwa 14-Jährige) in einem Liegewagenabteil beobachten. 2 hatten klobige feste Spangen, und andere hatten sagenhafte Fehlstellungen, z.B. konnte ich schön in den omegaförmigen Oberkiefer eines Höherliegenden hineinsehen.
Ursächliche, frühzeitige, schonende Behandlung gibt es dort und in vielen anderen Ländern wohl nur noch bei einigen wenigen Privatärzten für Reiche.
> weil ich im netz nichts darüber finden konnte: lässt sich jetzt da in meinem alter von 24 jahren noch was dran ändern, abgesehen von chirurgischen eingriffen, mit sanften methoden?
++ Die übliche Marketingpower-Kiste:
Die Kiefer-Säger verdienen reichlich Kohle, mit denen sie reichlich „Patienteninfo“, Berichterstattung und Werbung veranstalten, und in Gesundheitssystem-Gremien reichlich Klinken putzen.
Diese Marktmacht fehlt den Anbietern sanfter Methoden. Diese klappen bei Kieferfehlstellungen bei Erwachsenen nicht immer, aber manchmal durchaus, und die Risiken dabei sind lediglich finanzieller Natur.
Mail mir mal deinen Einzugsbereich, ich habe auch für schwere Fälle noch ein paar Adressen (aber eventuell längere Anreise nötig).
> österreich und kann mich nur dran erinnern dass bei uns in der provinz schon vor zehn jahren brackets das um und auf waren (kann mich an niemanden erinnern der nur herausnehmbares hatte).
++ Ja, Österreich, ein düsteres Kapitel, wenn auch nicht das einzige Land mit Brackets-in-der-Provinz (wo Notfälle durch lange Fahrwege, besonders im winterlichen Gebirge, noch komplizierter werden). Der große Kehraus der sanften Methoden, und Ersetzung durch feste Spangen, Headgears, Gaumennaht-Aufbrechen usw. ging dort viel schneller als im großen Deutschland. Inzwischen brechen dort sogar Kieferorthopäden, die sich ganzheitlich schimpfen, kleinen Kindern bei Kreuzbiss routinemäßig die Gaumennaht auf. Aber ein paar aufrichtig ganzheitliche oder traditionell sanfte Adressen habe ich auch in Österreich. Suchen und Vernetzen lohnt sich also. Bitte aufklären vor Ort, z.B. meine Flugis streuen.
Jene, die die Bracket-, Headgear- und Zähnezieh-Plage über uns bringen, verstehen von echter Hilfestellung zum Gesundwachsen mit 1- oder 2-teiligen herausnehmbaren Spangen i.d.R. NICHTS. Sie interessieren sich auch nicht dafür – außer als Wissensressource von Prinzipien, die sie in die Weiterentwicklung fester Spangen einfließen lassen, die sie dann vollmundig als ihre Super-Erfindungen vermarkten. Na, wenn das keine Biopiraterie ist ...
Viele Grüße, hordeotech
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Beitrag#3von noise » 6. Mär 2008 21:37

hallo,

danke für deine ausführliche antwort hordeotech..

die erste lose spange war ein doppeldecker soweit ich mich erinnern kann, der mich dazu gebracht mein uk nach vor zu verlagern (also weiter vorne zusammenzubeißen).
der headgear war ne ziemliche qual, beinahe jeden morgen aufstehen mit zwei schmerzenden backenzähnen, noch dazu dieses ungetüm beim schlafen. immerhin musste ich dieses ding nicht in der schule tragen.
aber naja, es hat geheißen da musst du durch, wenn du schöne zähne haben willst...denkste!
eigentlich hätte es mir spätestens nach den noch immer vorstehenden zähnen und der logopädie dämmern sollen dass der typ einfach keine ahnung hat. aber leider hab ich das damals nicht in frage gestellt, und meine eltern leider auch nicht.

die versenkten zähne sehen böse aus...bei mir liegen ein paar zahnhälse frei, wies mit meinen wurzeln aussieht, will ich lieber gar nicht wissen.

dass sich diese seite rein ausschließlich auf das vertikale wachstum kapriziert fand ich auch ein wenig seltsam, allerdings seh ich den beispielen auf der seite im profil sehr ähnlich :(
deshalb wär mir sehr daran gelegen mal eine ganzheitliche meinung dazu zu hören - wie viel kosten denn eigentlich so erstgespräche??

und nochmal zur provinz - mein um einiges älterer bruder (jahrgang 69) hatte auch ne fehlstellung, die ihm damals noch vollständig mit herausnehmbaren korrigiert wurde (ich weiß allerdings nichts genaueres).

bezeichnenderweise fällt mir dazu folgende geschichte ein (ich muss wohl so 14, 15 jahre alte gewesen sein): ich versuche ein brot zu essen, schneide aber rundherum die harte rinde ab, weil ich grad einen neuen bogen in die festsitzende eingesetzt bekam und alles, vor allem beim kauen, höllisch weh tat. eben jener nur-lose-spangen-bruder fragt mich daraufhin ob ich nun schon etwa für die rinde zu heikel bin. woraufhin ich ihm zu erklären versuche wie sich 30 schmerzende zähne gleichzeitig anfühlen. das konnte er nicht wirklich verstehen....

in dem sinne - ich werds weiterverbreiten (auch wenn ich derzeit niemanden im kritischen alter kenne)...

noise
noise
 

Beitrag#4von ruebezahl » 7. Mär 2008 15:07

Nochmal hallo noise,
da warst du wohl bei so einem vorgenannten Behandlungs-Langzieher. Hingegen gibt es auch Spangen, die ZUGLEICH gegen Platzmangel und Unterkiefer-Rücklage wirken, wie z.B. Fränkel, Bimler, Maxillator, oder Pro-Stab-Platten www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/stab/stab.html
Wohingegen so ein Headgear eigentlich keinen Platz gewinnt, sondern nur den Platzmangel von vorn in die Weisheitszahnregion zwingt, und dabei die Wurzeln der Zähne schädigen kann, an denen er eingehängt wird. Headgear an lose Spange gehängt stört zwar auch beim Schlafen, ist aber für die Zähne nicht so gefährlich.
> deshalb wär mir sehr daran gelegen mal eine ganzheitliche meinung dazu zu hören - wie viel kosten denn eigentlich so erstgespräche??
++ Kommt drauf an bei wem, und wie finanzkräftig die Gegend ist. Was ich da an Adressen habe, habe ich dir gemailt, aber Österreich ist da ziemlich verwüstet. Siehe auch www.bracket.at
Übrigens reisen Schweizer Dentaltouristen nach Deutschland oder Frankreich, nicht jedoch nach Österreich oder Italien. Wobei die Zahnspangen-Lage in all diesen Ländern auch nicht doll ist, irgendwie zwischen der in D und in Ö. Und das ungeachtet dessen, dass in der Schweiz sämtliche Zahnbehandlung privat zu versichern oder direkt selbst zu zahlen ist.
> mein um einiges älterer bruder (jahrgang 69) hatte auch ne fehlstellung, die ihm damals noch vollständig mit herausnehmbaren korrigiert wurde
++ Fast so alt wie ich. Der Kehraus kam ja auch erst später, vermutlich in den 90er Jahren.
> woraufhin ich ihm zu erklären versuche wie sich 30 schmerzende zähne gleichzeitig anfühlen. das konnte er nicht wirklich verstehen....
++ Stimmt, bei herausnehmbaren Spangen tun i.d.R. nur wenige Zähne tageweise nach dem Nachstellen weh. Damit wird ja auch nur korrigiert, was nötig ist, und nicht der ganze Kiefer in eine Einheitsform gezwungen. Ich hebe mir das zur Wiederverwendung auf, z.B. wenn ich in Foren wie
http://www.chefkoch.de/forum/2,45,38053 ... ahlen.html
gegen die Windmühlenflügel der Dummheit kämpfe. Das Fiese ist ja, wenn Kinder dafür leiden müssen, wie blauäugig (oder werbegläubig) ihre Eltern sind.
Soweit für heute, hordeotech
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