Fränkel III

Bei Anfragen wären folgende Angaben zur Person hilfreich:
A) Patient (Alter?)/ Eltern/ Lehrkräfte/ Zahnarzt / Zahntechniker/ Therapeuten o.ä.
B) Schon in Behandlung / Erst- bzw. Zweit-Behandlung suchend / unbetroffen interessiert o.ä.
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Fränkel III

Beitrag#1von Jens » 8. Jul 2016 10:25

Hallo,
meine Tochter ist 4 Jahre alt und hatte eine angeborenen Gaumensegelspalte. Durch die operationsbedingten Narben im Gaumen hat sie laut Kieferorthopädie einen frontalen und linksseitigen Kreuzbiss (63/73, 64/74) mit leichter Zwangsbisskomponente, Klasse III.
Die Kieferorthopädie schlägt eine Behandlung mittels Fränkel III Funktionsregler vor.
Ist das empfehlenswert? Was gibt es zu beachten?
Grüße
Jens
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Funktionskieferorthopädie, eine gute Wahl, empfehlenswert

Beitrag#2von ruebezahl » 8. Jul 2016 15:23

Hallo Jens,
also betrifft der Kreuzbiss bisher nur 2 Zähne, aber „Zwangsbisskomponente“ bedeutet, dass dieser Zustand die Kiefer vom Normalbiss ablenkt.
Dies würde die Kieferentwicklung ungünstig beeinflussen. Daher zahlen Krankenkassen hier eine Frühbehandlung.

Der Fränkel III ist als funktionskieferorthopädische Zahnspange gegen Vorbiss in diesem Alter eine gute Wahl. Er hakt nicht an Zähnen ein, so dass Zahnwachstum und Zahnwechsel seine Passform nicht gleich verschlechtern.
Fränkel Funktionsregler wirken langsam, aber gründlich, mit stabilen Ergebnissen.
Bei Funktionsreglern ist die Besonderheit zu beachten, dass sie einige Wochen Eingewöhnungszeit brauchen. In der sollten sie tagsüber in steigender Stundenzahl getragen werden, um Muskeln aufzubauen. Erst dann, wenn dies nicht mehr unbequem empfunden wird, sollten sie auch nachts getragen werden.

Bei dem starkem Wachstum kleiner Kinder geht Funktionskieferorthopädie generell schnell, aber andererseits durch Narbengewebe wieder verlangsamt.
Dann könnte auch mal ein neues, größeres Exemplar angebracht sein (Eingewöhnungszeit ja, aber verkürzt).

Soweit zu gesundheitsorientierter Frühbehandlung im Sinne der Kassen.
Manchen Lobbyisten ist sie ein Dorn im Auge,
und manche profitorientierten Praxen und Kliniken lassen die Kinder eher bis zur Verschlimmerung warten, um sie dann mit Gaumennahtsprengung und Außenspangen (Delaire-Maske) zu malträtieren, Peripherieprodukten zu den profitablen Bracket-Spangen aus Fertigteilen.
Sind sie dann schnell und schmerzhaft zu einem Ergebnis durchgepeitscht, braucht das ein Retentionsgerät, um nicht sogleich wieder zu kollabieren. Dafür dienen dann bisweilen dagenerierte Fränkel III, oder ein von Billiglöhnern gebauter Abklatsch davon.

Soweit fürs erste,
Rübezahl
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Re: Fränkel III

Beitrag#3von Jens » 13. Jul 2016 10:42

Hallo Ruebezahl,
danke für die Antwort. Das mit dem Eingewöhnen hat die Kieferorthopädie auch gesagt.
Falls es nicht klappt, gibt es Alternativen zum Fränkel II bei dieser Diagnose? Kann man zusätzlich etwas tun?
Grüße
Jens
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Progenie Begleittherapie

Beitrag#4von ruebezahl » 13. Jul 2016 21:22

Nochmalhallo Jens,
Progeniebehandlung lässt sich mit Physiotherapie oder Osteopathie unterstützen. In manchen Fällen reicht sie, sofern sie gut ist und frühzeitig beginnt, auch alleine aus.
Bei klassischen Ganzheitlichen wird sie traditionell mit einem Umkehrbionator kombiniert. An dem die offene Seite des Zungenbügels nicht vorn, sondern hinten ist. Um der Zunge und damit auch dem Unterkiefer Impulse nach hinten zu geben.
Manche Ganzheitlichen bevorzugen aber auch den Fränkel III.

Konfektionierte Trainer wie den K3F gibt es zur Progeniebehandlung auch.

2 Varianten, aktive Platten zur Progeniebehandlung auszustatten, sind hier beschrieben:
Obere Dehnplatte mit Gegenkieferbügel, oder, gegen frontalen Kreuzbiss ohne Dehnbedarf, untere Platte mit vorderem Aufbau („schiefe Ebene“).
Anders als die vorgenannten Doppelkiefer-Spangen haben Platten allerdings Halteklammern, die an Zähnen einhaken müssen, die nicht mehr wachsen oder gerade wechseln.
Soweit zum zweiten,
Rübezahl
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